Mittelalter
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Die Saison der Mittelaltermärkte beginnt wieder

Mittelaltermärkte locken mit leckeren Speisen, dem Verkauf von Kunsthandwerk, bunten Showeinlagen und einer fröhlichen Atmosphäre. Auch die Besucher können für einen Tag die Gelegenheit nutzen und mit der passenden Kleidung in die Rolle eines Ritters, Burgfräuleins, Bauern oder einer Magd schlüpfen.

Wann finden Mittelaltermärkte statt?

Die Saison der Mittelaltermärkte beginnt typischerweise im Frühling und endet im Herbst. Damit orientieren sich die Märkte vor allem am Wetter – denn viele der Veranstaltungen finden im Freien statt. Kein Wunder: Einen Mittelaltermarkt in einer schicken Messehalle kann man sich nur schwer vorstellen. Wind und Wetter gehören für viele Marktbesucher einfach dazu, auch wenn sich sicherlich jeder schönes Wetter wünscht.
Allerdings können Mittelaltermärkte auch außerhalb dieser Hauptsaison stattfinden – feste Regeln gibt es in dieser Hinsicht nicht. Die mittelalterlichen Advents- und Weihnachtsmärkte erfreuen sich an vielen Orten großer Beliebtheit und werden oft auch von Menschen besucht, die mit Mittelaltermärkten sonst nur wenig anfangen können.

Was haben Mittelaltermärkte zu bieten?

Mittelaltermärkte gibt es in allen nur erdenklichen Größen – vom kleinen Hinterhoffest bis zum mehrtägigen Festival. Bei den meisten Märkten steht der Verkauf von Waren im Vordergrund, die oft von kleinen Händlern stammen, die ihre Produkte selbst herstellen. Insbesondere das Kunsthandwerk von Schmuckherstellern, Töpfern und Schnitzern gehört zu vielen Märkten. Doch auch Schmiedearbeiten, Kleidung und Papierwaren gibt es auf vielen Mittelaltermärkten zu kaufen.
Neben den Verkaufsständen verfügen die Märkte häufig über eine Musikbühne oder über einen Bereich, in dem Showeinlagen wie altertümliche Schwertkämpfe stattfinden. Manchmal können Besucher auch selbst Dinge ausprobieren. Teilweise ist dafür eine Anmeldung erforderlich.
Die Musik, die auf Mittelaltermärkten gespielt wird, ist in der Regel nicht authentisch – denn echte Mittelaltermusik klingt für unsere modernen Ohren befremdlich. Stattdessen greifen Musiker oft auf moderne Liedformen zurück, die sie mit alten Instrumenten spielen. In den Liedtexten spielen oft altertümliche Konzepte wie Spielleute und Könige eine Rolle. Auch mythologische Anspielungen und die Natur kommen in den Liedtexten häufig vor. Allerdings tauchen auch immer wieder einige traditionelle Lieder auf, die in vielen Variationen gespielt werden – zum Beispiel die „Rabenballade“, in dem der Tod eines stolzen Helden besungen wird, oder das „Palästinalied“ von Walther von der Vogelweide ( ca. 1230), in dem es um einen Kreuzzug geht.

Welche Kleidung eignet sich für Mittelaltermärkte?

Auf den meisten Mittelaltermärkten gibt es keinen erzwungenen Dresscode, aber Jeans und T-Shirt sind für diesen Anlass suboptimal. Die gemütliche Atmosphäre auf einem Mittelaltermarkt entsteht nicht nur durch Buden und Darsteller, sondern auch durch die Besucher. Viele Menschen kleiden sich in altertümlich anmutende Gewänder, wenn sie einen solchen Markt besuchen. Die passende Kleidung sorgt nicht nur für ein stimmiges Gesamtbild, sondern macht auch dem Tragenden viel Spaß.
Die Kleidung muss dabei keineswegs authentisch sein – viele Besucher lassen sich vom Mittelalter lediglich inspirieren und stellen sich eine individuelle Garderobe zusammen. Auch Fantasy-Elemente sind bei den Besuchern und Schaustellern auf Mittelaltermärkten sehr beliebt. Frauen tragen oft lange Kleider oder Röcke. Dabei kommen oft Borten und Schnürungen als Verzierungen zum Einsatz. Männer tragen oft ein Leinenhemd und eine passende Hose. Alles, was zu modern wirkt, wird dabei nach Möglichkeit vermieden oder versteckt – zum Beispiel Reißverschlüsse.
Hobby-Schneider können ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Alle anderen können die passende Kleidung in speziellen Shops wie Lost Legends oder direkt auf dem Mittelaltermarkt kaufen.

Das Mittelalter erleben

Wer noch nie auf einem Mittelaltermarkt war und zum ersten Mal ein großes Festival betritt, kann sich leicht überfordert fühlen. Oft ist es in so einem Fall sinnvoll, das Treiber zunächst zu beobachten und sich an anderen Besuchern zu orientieren. Sowohl die Verkäufer als auch die Stammgäste auf Mittelaltermärkten sind in der Regel sehr freundlich und tolerant. Selbstverständlich sollte diese Toleranz auch von Neulingen erwidert werden: Selbst wenn einige Verhaltensweisen und Outfits für Erstbesucher ungewöhnlich erscheinen können, sollten sie sich nicht darüber lustig machen.
Es lohnt sich, vorab die Website des Veranstalters zu besuchen, um sich über das Gesamtangebot zu informieren. Insbesondere bei großen Mittelalter-Events kann man so sicher sein, nichts zu verpassen. Darüber hinaus ist es manchmal notwendig, sich für bestimmte Workshops oder andere Kurse im Voraus anzumelden. Das ist jedoch nicht immer der Fall – und auch ein spontaner Marktbesuch ist ein echtes Erlebnis.

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