- Blog

Landwirtschaft im Wandel

Landwirtschaft ist für unser Überleben existenziell. Gemüse, Fleisch, Obst und Getreide sind Erzeugnisse aus der Frucht- und Viehwirtschaft, die wir täglich konsumieren. Doch aus dem alltäglichen Bild ist die Landwirtschaft weitestgehend verschwunden. Nur rund zwei Prozent der Beschäftigten arbeiten heute im sogenannten primären Sektor, zu dem die Landwirtschaft gezählt wird. Durch Technisierung und Modernisierung können heute riesige Flächen mit geringem Aufwand bewirtschaftet werden. Dadurch, dass die Landwirtschaft heute hinter großen Städten, Einkaufszentren und digitalen Welten verschwindet, sehen wir auch die Folgen von Klimawandel, Trockenheit oder anderen Extremwetterlagen für die Landwirtschaft nicht. Allerhöchstens an der Supermarktkasse.

Direkte Folgen

Unmittelbare Folgen für die Landwirtschaft entstehen durch Extremwetterlagen. Extreme Trockenheit, extreme Hitze und extreme Niederschläge sind hierbei die größten Bedrohungen für die Felder. Die Folgen dieser Phänomene sind dabei sehr deutlich: Verdorrte Felder, weggespülte Pflanzen und kleinwüchsige Anbaufrüchte. Die Ernte ist schlecht, die Preise steigen. Solche Folgen spürt der Verbraucher direkt. Ausgeglichen werden Missernten meist mit Importen aus anderen Ländern, in denen die Ernten weniger schlecht ausgefallen werden. Das funktioniert noch sehr gut, denn Extremwetterlagen in den meisten Fällen lokal begrenzt. Während es in Deutschland wüstentrocken ist, kann es in Italien oder in Griechenland ganz normal sein. Doch wie sieht es mit langfristigen Folgen aus?

Klimafolgen

Die einzige Konstante des Klimas ist sein Wandel. Das Klima ändert sich ständig, nur leben wir meist zu kurz, um diesen Wandel wirklich zu bemerken. Das extreme Wetter, wie man es in den vergangenen Jahren beobachten konnten, ist allerdings keine direkte Folge des Klimawandels, sondern eine langfristige. Immerhin liegen viele Hitzerekorde schon einige Jahrzehnte zurück. Was jedoch auf den Klimawandel zurückzuführen ist, ist die Häufigkeit solcher Wetterereignisse. Einigen Prognosen zufolge könnten extreme Trockenphasen in Zukunft alle zwei Jahre auftreten. Ein Signal an die Landwirtschaft, dass ein Umdenkprozess stattfinden muss.

Derzeit ist Mais die am häufigsten angepflanzte Feldfrucht, dicht gefolgt vom Weizen. Doch diese Feldfrüchte brauchen viel Wasser und moderate Temperaturen. Noch sind die Niederschläge im Schnitt ausreichend, doch die Zukunft könnte anders aussehen. Hier empfehlen sich Pflanzen, wie Hirse oder Hanf. Beide kommen mit Trockenheit, nährstoffarmen Böden und hohen Temperaturen sehr gut zurecht. Pflegearme Pflanzen also. Der Hanf ist zudem sehr resistent gegen Schädlinge und könnte daher auch zu einer Reduzierung von Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden führen. Aus Hanf lassen sich Fasern, Mehle und Öle herstellen, auch das medizinisch wirksame Cannabidiol lässt sich aus ihm gewinnen. CBD Öl kaufen kann man heute bereits online und in einigen Drogerien und Spezialläden.

Nachhaltigkeit

Die Landwirtschaft der Zukunft muss einen Schritt zurückgehen. Die extensive Landwirtschaft mit ihren riesigen Betrieben und dem gewaltigen Aufwand von Düngern und Pflanzenschutzmitteln hat keine Zukunft. Betroffen ist jetzt und in Zukunft vor allem das Grundwasser. Dieses ist momentan schon durch den Einsatz von Dünger belastet. Durch Bewässerungsanlagen in der Zukunft ist zudem auch die Trinkwasserversorgung gefährdet. Die Landwirtschaft muss also auf verfügbare und nachhaltige Ressourcen zurückgreifen. Ein „Weiter so!“ ist also nicht möglich. Angepasste Feldfrüchte, Fruchtfolgen und sparsames Düngen sind hingegen nachhaltig und zukunftsorientiert. Ein Umdenken in der Bevölkerung ist dazu auch schon erkennbar. Lokal statt international.

Traditionell mit Technologie verbinden

Traditionelle Landwirtschaft aus dürregewohnten Regionen kann uns helfen die eigene Landwirtschaft umzugestalten und auf die Zukunft vorzubereiten. Helfen kann dabei auch die Wissenschaft, besonders die Genforschung. Feldfrüchte können so modifiziert werden, dass sie resistenter gegen Hitze und Schädlinge sind und weniger Wasser zum Wachstum brauchen. In einigen Regionen in Afrika konnte man mit solchen Feldfrüchten Erfolge erzielen. Nachteilig ist jedoch, dass die Samen nicht reproduziert werden können, also neu gekauft werden müssen. Aus diesem Grund ist der richtige Umgang mit Trockenheit und hohen Temperaturen sehr wichtig. Das könnte auch bedeuten, die Aussaat und Ernte zu verschieben, in Monate, in denen es wieder angenehmer wird als im Hochsommer.

About Mike Pabst

Read All Posts By Mike Pabst